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TU Berlin, MA am Institut für Kommunikation, Linguistik, Gesangstudium und Arbeit als Profsängerin Studium der italienischen Oper in Rom, seit 1986 in Italien lebend. Stimme als Weg zu größerem Bewusstsein; Stimmtherapeutin und Stimmtrainerin. Gestalt Counselor UND TRANSFORMATIVES LIFECOACHING, BEZIEHUNGSCOACHING, FRAUEN-EMPOWERMENT. Kurse und Retreats im Paradiso Integrale Umbrien/Italien Online Kurse und Coaching Regelmäßige Live-Sendungen in Deutsch und Englisch in G+ (siehe das Fels in der Seitenleiste)

Wenn Kommunikation unmöglich wird

Die Macht von Pronomen? – wenn Kommunikation unmöglich wird.

Erst vor kurzem erfuhr ich über die Schwierigkeiten, die Menschen bekommen können wenn sie sich weigern jemanden mit “Euer” statt, “sein” und “ihr” anzusprechen. Gesetzlich verankert in Kanada, dass man nur geschlechts-neutrale Pronomen verwenden darf, alles andre ist ein Verbrechen, vor allem wenn es sich um Trans-gender Leute handelt.

Zwei Mädchen auf Bank

Wer sitzt da? Zwei Mädchen?

Stell Dir vor, Du triffst ein nettes Mädchen und kannst nichts über sie sagen, was etwa so leutet: “Ich sehe SIE”, sondern Du musst sagen “Ich sehe EUCH”! (engl: “I see THEM) –  oder “Ich sehe SIE” – siehe unten).

Rückkehr von Feudalismus als falsch verstandener Schutz von Minderheiten?
Und woher weißt du denn, ob das Mädchen ein wirkliches biologisches Mädchen ist oder nicht? Es geht so weit, dass maßgebende Leute ERNSTHAFT behaupten, es gäbe keine biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Interludium

Das Problem sollte auf Deutsch anders aussehen als auf English, weil Plural “sie” genauso lautet wie feminin singular. Damit käme das Problem nur zustande für transgender Männer (die man ja nicht so nennen darf, weil es eine Diskrimimierung bedeutet) wenn wir das eigentlich geschlechtsneutrale Pluralwort “sie” verwenden statt “ihn”,

Probleme mit der Kommunikation?

Als ob die Kommunikation zwischen Menschen nicht schon kompliziert genug wäre und wir nacj Wegen suchen, die das gegenseitige Verständnis fördern! Nun wird das immer unmöglicher, wenn vorgeschrieben wird, wie man sich ausdrücken darf – was PRONOMENE betrifft, und wie nicht.

Prof. Peterson hat ausgiebig Nazismus studiert und die Wege, wie die Redefreiheit eingeschränkt wurde und damit das ganze unterdrückende Regime aufbaute. Jetzt passiert das wieder, von den scheinbar progressiven Lagern, die die Rechte von Minderheiten verteidigen wollen – mit der Forderung, dass diese Minderheiten bestimmen sollen, was der Rest der Menschheit zu tun und zu lassen hat.

Wir sind aufgerufen, die Redefreiheit zu bewahren – und Minderheiten zu respektieren. Beides!

Schau Dir dieses lange, aber äußerst aufschlussreiche Video mit Prof.Jordan Peterson an. Es ist auf Englisch und es geht um englische Pronomen. Möglicherweise ist damit eher möglich, zu solch irrigen Ideen zu kommen, da jene Pronomen keine Geschichte im Amerikanischen Kontinent haben. Wäre das im deutschen Sprachraum möglich? Oder ist es das schon? Ich lebe seit mehr als 30 Jahren außerhalb von Deutschland und bin nicht auf dem Laufenden, was gegenwärtig Szene ist, was “Political correctness” betrifft. Magst Du mir etwas davon erzählen?
Danke!

Neue Kommunikationsmedien – neue Wege der Verbindung

CONJUNCTIVE COMMUNICATION bedeutet “VERBINDENDE KOMMUNIKATION”, eine Kommunikationsweise, die Verbindung herstellt und vertieft.

An andere Stelle habe ich die Prinzipien beschrieben, die dafür wichtig sind. Sie betreffen unsere innere Haltung, unseren Grad von Selbst-Bewusstsein und auch unsere Wortwahl.

Heute möchte ich von den “äußeren Aspekten” reden, von den “rechtsseitigen Quadranten” in der WILBER-Sprache, speziell von den Medien.

Seit den Zeiten von Telegram und Telefon ist die Welt etwas zusammengerückt, Verbindungen konnten aufrechterhalten werden und Informationen ausgetauscht. Das Internet und Social Media haben die Möglichkeiten zur Verbindung drastisch erweitert. Wir können mit der ganzen Welt in Verbindung sein und Menschen finden, die wir sonst nie getroffen hätten. Ein Riesenschritt zur Evolution von Menschen und der Gesellschaft, in der sie leben. (Sieh dazu eine Serie von kurzen Videos eines Gesprächs mit einem jungen Pakistani, der den Wandel in seiner traditionellen Gesellschaft beschreibt: (https://www.youtube.com/watch?v=DytbGYBqGsE. Dieses Video ist auf Englisch)

Und da sind wir beim Thema: es fing an mit SKYPE – und viel Menschen sind gerade erst dabei, dieses Medium zu entdecken. Man konnte sich sehen, wenn man miteinander sprach. Zunächst nur im Zweiergespräch, dann auch in der Gruppe, ein Mitschnitt war auch möglich. Wie anders war es, jetzt die Menschen zu SEHEN von denen man vorher nur die Stimme kannte. Eine völlig neue Art, sich zu begegnen, fast wie “im wirklichen Leben”

Es blieb nicht bei Skype. Mit Google Hangouts bekamen wir – völlig kostenlos – die Möglichkeit, nicht nur uns zu begegnen mit Vollbild-Video, 10 Personen gleichzeitig, sondern die Gespräche können direkt auf den YouTube Kanal aufgenommen und von da leicht in die Social Media eingestellt werden .

Was für ein Wandel in die Sichtbarkeit – und in die direkte Verbindung zwischen den Gesprächspartnern. Jetzt können uns andere, ja die ganze Welt, live erleben, uns kennen lernen, eine gefühlte Verbindung zu uns herstellen und in unsere Kreise kommen, als Zuhörer oder Gesprächspartner für zukünftige Begegnungen. Damit erreichen wir Menschen, von denen wir bisher nichts wussten und vielleicht nie begegnen, es sei denn sie treten in Kontakt mit uns. Aber sie hören unsere Botschaft, wenn sie unsere Übertragungen anschauen, und sie wird in Ihnen wirken ohne unser direktes Zutun. Welch enorme Möglichkeiten eröffnen sich hier für jeden, der eine Botschaft in die Welt bringen möchte!

Und VIDEO ist der entscheidende Faktor. Nur Text (wie in Facebook) hat starke Begrenztheit. Die Menschen können sich hinter ihrem Text verstecken, mit unflätigen Kritiken wertvolle Diskussionen boykottieren usw. ohne dafür Verantwortung übernehmen zu müssen. Das wird anders in der direkten Begegnung. Wenn Du Deinen Gegenüber siehst ist es nicht mehr so einfach, ihm/ihr Unflätigkeiten ins Gesicht zu schleudern. Du wirst gesehen und du weißt das. Ein Grund zu einer besseren Kommunikationskultur.

Wir in der Wisdom Factory habe Hangouts benutzt, um Gäste einzuladen, mit denen wir über ihr Thema reden. Hier ein Beispiel dafür von den wenigen Übertragungen, die wir auf Deutsch gehalten haben:

Wir haben Google Hangouts auch benutzt, um Gruppendiskussionen über bestimmte Themen zu initiieren, auch als Webinar Technologie sind sie sehr zu empfehlen. Der einzige “Nachteil” ist, dass es eine relativ komplexe und daher sehr vielseitige Technologie ist – aber eben auch ohne eine gewisse Lernarbeit nicht in allem Potential zu benutzen ist. Und wenn Du live mitreden möchtest, dann brauchst Du einen Google+ Account. Einfach nur zuschauen geht auch ohne

Wenn es nur darum geht, mit Menschen aus aller Welt sprechen zu wollen über bestimmte Themen – oder nur chatten – da gibt es seit wenigen Wochen eine super – einfache Platform http://BLAB.im. Sie ist noch im Test- stadium, manches läuft schief, aber die Spontaneität mit der man laufende Gespräche besuchen und darin mitwirken kann ist schlicht umwerfend. Neue Bekannte und neue Freunde in kurzer Zeit – einfach durch die DIREKTE BEGEGNUNG, in der ein Kennenlernen so viel schneller und gründlicher geschieht als durch Texte und/oder Fotos.

Wenn DU mitmachen willst, brauchst Du einenTwitter Account.  Du kannst mich auf Twitter finden unter @Traviata56

und auf Google+ ps://plus.google.com/u/0/+AdelheidHornlein

Ich freue mich auf Dich, damit wir uns auch auf Deutsch in diesen Medien gemeinsam tummeln und begegnen können!

 

Vom ICH zum WIR #2

Was ist das WIR und wie kommen wir dahin?

Das WIR in Großbuchstaben sehe ich als den Raum, in dem Menschen zusammenkommen mit gegenseitiger Wertschätzung und der Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen.

Wie in #1 ausgeführt ist das selten der Fall, wenn wir Gemeinschaft als Spielfeld für Einfluss und Macht sehen. Es bedarf einer gewissen Reife, so dass das Individuum von diesem „egozentrischen“ Geltungsbedürfnis Abstand nehmen kann und sich dem anderen öffnen.

Oder wir sind frisch verliebt, und da können wir nicht lang genug dem anderen zuhören, wir wollen alles wissen, wir nehmen uns zurück und warten darauf, dass dieser so spontan sich öffnender Wir-Raum sich weiter öffnet und für immer bestehen bleibt. Wie wir alle wissen ist dies nur selten der Fall.

Also, was tun?

  • Diese gewisse Reife aktiv fördern: wenn ich in tiefer Verbindung mit anderen sein möchte, dann muss ich dafür sorgen, dass ich dazu auch selber fähig bin, dass ich mich selbst gut kenne, meine Emotionen und Bedürfnisse und dass ich unterscheiden kann zwischen meinem Geltungsbedürfnis und meinem verkörperten Wunsch, mich einzubringen. Dazu gehört, meine Opferhaltungen zu entlarven und aufzugeben
  • Zuhören lernen, wirklich zuhören, mit „Leib und Seele“, wie man so schön sagt, und nicht nur mit dem Kopf und seinem Gedankenstrom.
  • Für mich selbst einstehen. D.h. eingreifen, wenn der Gesprächspartner Selbstdarstellung übt und mich als Fanclub zu benutzen versucht. Man nennt das auch „Grenzen setzen“
  • Mir Menschen suchen, mit denen ein solcher Austausch möglich ist, wo ein WIR-Raum entstehen kann, in dem wir uns wohl fühlen und unserern Beitrag einbringen können. Idealerweise ist dieser WIR-Raum dem Wachstumsprozess aller Beteiligten gewidmet, in gegenseitiger freundlicher Unterstützung. Nicht umsonst nenne ich diesen Raum geöffnet vom „WIR“ – im gegensatz zum „wir“. Das kleine „wir“ ist Ausdruck unserer konditionierten und  unentwickelten Muster, während das große „WIR“ auf eine Verbindung mit der Kraft hinzielt, die größer ist als wir selber.

Jede Liebesbeziehung bietet uns eine riesige Chance, genau das zu tun, die nötigen Kenntnise und Verhaltensweisen zu lernen, die uns zu diesem wunderbaren WIR-Raum bringen können. Wahrscheinlich brauche wir erst eine reichliche Portion von Enttäuschung und Schmerz, bis wir uns aufraffen, aus den alten >Mustern heraustreten zu wollen – und es dann auch wirklich tun. Frustration ist ein guter Antreiber zur Veränderung, die man am besten aus dem Weg schafft, indem man sich auf die Erforschungsreise in die eigene Tiefe und die der anderen macht.

Beides benötigt das Herausbildung von einer Kunst: die KUNST DES ZUHÖRENS.

Wir müssen lernen,

  • uns selbst tief und aufmerksam zuzuhören
  • lauschen darauf, was in unserer unmittelbaren und entfernteren Umgebung geschieht – ohne in unsere inneren Dialoge und selbstgebastelten Geschichten zu verfallen
  • den Menschen, denen wir begegnen, wirklich zuhören, nicht nur den Worten, sondern all den anderen Weisen, auf denen er/sie mit uns kommuniziert.

Und das kann man trainieren.

Versuche es doch einmal mit Musik. Z.B. nimm ein barockes Lied

  • höre es zuerst als Gesamtklang
  • dann höre nur auf die Oberstimme, ohne sie zu verlieren und achte darauf, was Du Dir selber zu erzählen beginnst beim Zuhören (z.B. „das erinnert mich an…“ „jetzt habe ich die Melodie verloren…“ „ich kann das einfach nicht…“
  • dann höre nur auf die tiefste Stimme, die oft durch einen Kontrabass oder Cello gespielt wird. Wenn Du sie das ganze Stück über verfolgen kannst, dann ist es schon gut
  • Dann geh an die Mittelstimmen… usw

Das ist eine gute Vorübung, um „bei der Sache“ zu bleiben und dich nicht fortschwemmen zu lassen von äußeren oder inneren Ablenkungen.

 

Vom ICH zum WIR #1

Bild 13

Das „Ich“ im „Normalen Leben“

In meiner Kindheit und Jugend bekam ich in der Familie oft die Rückmeldung, ich sei „egoistisch“, wenn ich etwas für mich wollte – oder wenn ich einfach das übliche Familienspiel mitmachte, das es dem jeweils anderen schwer machte, das was wirklich wichtig für sie/ihn war, auch zu bekommen. Rivalität und Abwertung des anderen waren so normal in unserer Nachkriegsgesellschaft – und wohl auch heute noch nicht passé.

Wenn wir gegen die Regeln der Gesellschaft verstoßen, in unserem eigenen begründeten Interesse, ist das meist noch immer „egoistisch“, vor allem, wenn Du eine Frau bist und Kinder hast und versuchst, Zeit und Geld für Dich selber und ein  Entwicklung aufzuwenden. Die „Rabenmutter“ begegnet Dir als Schuldzuweisung aus den Augen von Familie und Freunden, vor allem wenn Du nicht mehr 100% für die anderen zur Verfügung stehst, wie Du das wohl früher gewesen warst.

Du hast alle um Dich herum verwöhnt mit Deinem Eifer, Deiner Fürsorge, Deinem Immer-für-sie-dasein, und jetzt kommst Du in tiefen Konflikt: Ist es wirklich egoistisch, wenn ich ganz und heil werde? – oder ist es egoistisch, meinen Lieben das Beste von mir vor zu enthalten?

Schon Carl Gustav Jung hat gesagt, dass das Beste, was Eltern für ihre Kinder tun können ist, selber glücklich zu sein.  Und dass es katastrophal ist für die Kinder, wenn sich Eltern für sie aufopfern, denn sie werden überladen mit Verpflichtungen und Schuldgefühlen. „Ich habe so viel für Dich getan, und dafür erwarte ich, dass Du…..“, die altbekannte Zange der Manipulation, aus der sich zu befreien unendlich schwer ist und viel Mut und Reife erfordert. Unnötig zu betonen, das Kinder diesen Erpressungen von Seiten der Eltern oder anderen Bezugspersonen hoffnungslos ausgeliefert sind. Und niemand gewinnt, alle verlieren: die Kinder werden ihrer freien Entfaltung beraubt und die Bezugspersonen dümpeln im Opferdasein gepaart mit fehlgeleitetem Stolz über ihre heroische – aber eben völlig kontraproduktive – Aufopferung. Das ist der wahre Egoismus: das Machtspiel über andere durch Opferhaltung.

In solchen sozialen Beziehungsfeldern gibt es viel Erwartung, Manipulation und Unterdrückung einerseits und andrerseits viel Drama, Ausweichen und Selbstverleugnung. Das spiegelt sich in der Kommunikation und perpetuiert sich ständig durch unser Beziehungs- und Kommunikationsverhalten:

  • In Gesprächen versucht jeder, möglichst schnell das Wort zu ergreifen, auch indem man den anderen ins Wort fällt, extrem laut spricht usw. bis endlich alle zuhören
  • Die Zuhörer trachten entweder danach, endlich auch mal zu Wort zu kommen, oder sie ergeben sich der Übermacht des Sprechers, versuchen zuzuhören, is es zu langweilig ist und sie nach einem Ausweg suchen, wie sie am besten die Gesprächssituation verlassen können.
  • Das Zuhören beschränkt sich darauf, die Schlüsselworte zu erhaschen, zu dem man selber etwas enorm Interessantes und Wichtiges zu sagen hat. Ab da geht alle Energie zum Erobern des Wortes, Zuhören findet höchstens noch am Rande statt.
  • Wir werden zu einer Gemeinschaft von Sprechern, der die Zuhörer fehlen; wir werden zu einer Gemeinschaft (?) von Kämpfenden für die momentane Macht über die anderen. – Eine Illusion von Macht, eine Illusion darüber, irgendwelche Wirkung und Einfluss auf die anderen zu haben – denn die hören ja nicht zu!

Ein Interview mit Monika Frühwirth – Mitbegründerin des “Integralen Forums”

Warum poste ich dieses INTERVIEW UNTER “CONJUNCTIVE COMMUNICATION”?

Ein Grund ist der, dass ich vor wenigen Wochen einen Workshop über “CONJUNCTIVE COMMUNICATION” bei der Jahresversammlung des “Integralen Forums” gehalten habe,
ein weiterer Grund, weil Monika selber immer wieder Wege fand, die Kommunikation aufrecht zu erhalten und zu vermitteln, wenn sie zusammenzubrechen drohte,
und weiterhin, weil sie stark daran interessiert ist, was ich diesbezüglich zu sagen habe und bereit, mit zu arbeiten.

Ab etwa September werde ich eine regelmässige Hangout-on-Air Show halten, im Format des hier geposteten Gesprächs, meist auf Englisch, aber auch auf Deutsch, wenn uns genügend Interesse daran entgegenkommt.
Lasst mich wissen, ob Ihr interessiert seid, am Zuhören oder aktiv im öffentlichen Gespräch zu sein!

Conjunctive Communication in der Partnerschaft – RETREAT im PARADISO INTEGRALE

 Retreat “Conjunctive Communication in der Partnerschaft” :

 Dies ist eine Rückmeldung von Birgitta K. über unser Retreat für Männer und Frauen Anfang Mai diesen Jahres

Die gemeinsamen Frauengruppen früherer Jahre haben mir sehr geholfen, die Wirklichkeit in einem menschenfreundlicheren Licht zu sehen, die eigenen femininen Kräfte bewusst wahrzunehmen und ihre seelischen und sozialen Gestaltungskräfte zu nützen.

Umso schöner fand ich es, dass es auch in der gemischten Gruppe zum Thema Partnerschaft so gut gelungen ist, einen tragenden Raum des Vertrauens aufzubauen und zu halten. So konnte Josef hautnah erleben, was durch Erzählen nicht so leicht vermittelbar ist und wie wir einander im Alltag emotional und kommunikativ unterstützen können. Ich hab es  genossen, dass sich in der Gruppe die innere Tiefe mit so viel Lachen und Humor verbunden hat.

Die Zusammensetzung der Gruppe fand ich sehr schön.

Conjunctive Communication hat ein hohes Potential für ein gedeihliches Zusammenleben, es war gut, dass Hilde im Skype Gespräch einige Aspekte (Ergebnisoffenheit, Fragehaltung, Bereitschaft, auf das Feld zu achten ) nochmal auf den Punkt gebracht hat, das hat’s für mich wiederbelebt.

In der gemeinsamen Arbeit im Paradiso war es für mich wichtig zu erleben, dass manche Verhaltensweisen von Josef nichts mit mir persönlich zu tun haben, sondern wiederkehrende Muster aus seiner Vergangenheit sind – das hat mich entlastet. Die Deep-Listening Übung hab ich in intensiver Erinnerung;  schön und berührend war es, als die eigene Vorstellung der Teilnehmenden vom Partner ergänzt wurde (auch bei mir selbst). Ich fühle mich dankbar und bereichert durch die Seelenarbeit mit dem jüngeren Selbst, ich fand es gut, diesem Prozess bei den Anderen folgen zu können, im eigenen Fall ist es ja aufwühlender, da muss die Klarheit erst errungen werden.

Beeindruckt hat mich, wie Adelheid und Elena klare und fast distanzierte Fragen stellten und zugleich immer das Gefühl von Empathie und emotionaler Wärme vermitteln konnten. Interessant fand ich es, wie uns Mark, der oft die deutschen Worte nicht verstand, seinen Eindruck des Geschehens wiedergab.

Im Gefolge des Wochenendes hat sich in meiner Wahrnehmung ein zärtlicheres Feld eingestellt in der Partnerschaft und eine Wärme, die das Potential hat, sich nicht vom Alltag verschlucken zu lassen. Das unterschwellige Wohlwollen war ja bei uns immer da gewesen, aber nun zeigt es sich mehr in kleinen Gesten und in der Art, wie wir miteinander umgehen. Ich vertraue darauf, dass dieser psychoaktive Prozess weitergeht und glaube, dass ich dadurch auch für die Kommunikation im Außen gestärkt werde.

 

Vielen Dank für ein ereignisreiches, tiefgehendes, lustiges und lukullisch äußerst genussreiches Wochenende!

Workshop Conjunctive Communication in Köln

Conjunctive Communication

verbindende Kommunikation

in der Praxis

Zum Workshop während des Mitgliedertreffens 2014 des „Integralen Forums“ in Köln

Geleitet von Adelheid Hörnlein

Teil 1

Es gibt so viele Formen von Kommunikationsmodellen – warum denn noch ein anderes?

Das ist die Frage, die mir immer wieder begegnet. Aber wer sieht, welcher Schatz in diesem von mir vertretenen Modell verborgen ist, der wird diese Frage nicht mehr stellen. Vielleicht eher die: „wie komme ich dahin?“

Hier geht es nämlich nicht nur um das Befolgen von bestimmten Regeln, sondern vor allem um emotionale Kompetenz. Und die kann man nicht mal grad so eben durch ein paar Regeln lernen, es braucht Zeit und meistens einen erfahrenen Begleiter/in.

Es geht schon los mit der ersten Regel: Eine klare Intention für das Gespräch haben, und zwar in erster Linie für die Beziehung zwischen Dir und dem anderen, nicht etwa wie wir das so gewohnt sind, für das, was wir inhaltlich erreichen wollen. Denn das „erübrigt“ sich geradezu, wenn das Gespräch in einer Atmosphäre von Vertrauen und Freundlichkeit geführt wird.

Bei der 3. Regel wird es richtig spannend: Spreche Deine Wertschätzung für den Gesprächspartner aus, bevor Du über jegliche Inhalte zu sprechen beginnst.

Und hier möchte ich beginnen, über den Workshop zu berichten. Einige Freiwillige erboten sich, im Rollenspiel ein Gespräch zu führen, das sie in der Vergangenheit als schwierig oder gescheitert betrachtet hatten. Es war spannend zu beobachten, wie jeder sofort „zur Sache“ kommen möchte, mit einem mehr oder weniger unterschwelligen Unterton von Dringlichkeit, Forderung oder gar Anklage – was ja beim Gesprächspartner automatisch zu Abwehrreaktionen führt, so weit wissen wir das, wenigstens theoretisch, aus der Psychologie. Und warum tun wir es immer wieder auf diese Weise, obwohl wir es doch eigentlich wissen, dass es nicht sehr dienlich ist? – Weil wir unsere eigenen Emotionen nicht halten können, sie über den anderen ausschütten, ihn als potentiellen Feind sehen usw. Wir haben Schwierigkeiten, zu unterscheiden zwischen dem Menschen, der da vor uns steht, und den Dingen, die wir auf Grund unserer Rollen miteinander besprechen wollen oder müssen.

Das glaubst Du nicht? Dann probiere doch mal selber, zu Anfang eines schwierigen Gesprächs eine tief empfundene Wertschätzung für den anderen auszusprechen. Das Rollenspiel zeigte, wie unendlich schwer das ist. Wenn man so aufgeladen ist mit dem Inhalt und dem Gehört-werden-wollen, dann fällt einem oft überhaupt nichts ein, was am anderen schätzenswert sein könnte,  es ist wie schwarz und weiß, und der andere ist auf der „bösen“ Seite.

Der Shift kann erst dann entstehen, wenn wir aus dem Gefängnis unserer eigenen emotionalen Ladung heraustreten und etwas Positives am anderen sehen können – Ken Wilber sagt ja schon immer: „Nobody is smart enough to be wrong all the time“. Und dann: dieses Positive auch auszusprechen, in positiver Form, ohne „eigentlich“, „vielleicht“ oder „nicht so schlecht“ u.ä.

Das ist eine riesige Hürde, wie wir auch an unseren Rollenspielen sehen konnten. Es fühlt sich „komisch“ an, dem anderen etwas „Nettes“ zu sagen, so dass es als authentisch und vom Herzen kommend verstanden wird, vor allem in Konfliktsituationen.  Vielleicht sind wir in unsrer deutschsprachigen Kultur besonders „bockig“, wenn es darum geht, jemand anderem etwas Positives zu sagen, während wir mit Kritik und Vorwurf schnell zur Hand sind. Das bedeutet nur, dass wir es intensiver üben müssen als möglicherweise andere Menschen von mehr positi ausgerichteten Kulturen. Aber lernen müssen wir es, wenn wir zu befriedigenden Lösungen unserer privaten und öffentlichen Probleme kommen wollen. Wenn es uns gelingt, dem anderen diese Wertschätzung auszusprechen, dann entspannt sich deutlich spürbar die Atmosphäre, eine tiefere Beziehung kann sich entfalten in der auch problematische Dinge besprochen werden können. Die Identifizierung zwischen den Problemen und den Personen ist aufgehoben, wir sind frei, kreativ zu werden und Lösungen gemeinsam zu finden.